Nähere Erläuterungen zu neuen Einzelvorträgen an Volkshochschulen von Februar bis August 2026:

Nero, Caligula und der Caesarenwahn

Das oft rational schwer nachvollziehbare Handeln der Kaiser Caligula und Nero wurde seit dem 19. Jahrhundert oft mit der Diagnose des Caesarenwahns versehen. So ernannte Caligula beispielsweise sein Pferd zum Konsul von Rom und Nero ging als Sänger auf regelrechte Tourneen. Waren diese Kaiser tatsächlich geistig entrückt oder gibt es für ihr Agieren auch plausible Erklärungen? 

05.03.26, 9:30-12:00, Akademie 1 zur europ. Kulturgeschichte, Vhs Heilbronn 

Die Blütezeit Roms unter den Adoptivkaisern im 2. Jh. n. Chr.

Die Zeit der nacheinander herrschenden "Adoptivkaiser" Trajan, Hadrian, Antoninus Pius und Marcus Aurelius wird meist als Blütezeit des Römischen Reiches betrachtet. Auf was beruhte der allgemeine Wohlstand, wodurch kam er zum Ausdruck und warum endete dieses "Goldene Zeitalter", noch während der Herrschaft des Mark Aurel? 

12.03.26, 9:30-12:00, Akademie 1 zur europ. Kulturgeschichte, Vhs Heilbronn

Der Dichter Ovid und sein Gesamtwerk

Die "Metamorphosen" des Ovid gelten bis heute als eine der wichtigsten römischen Beiträge zur Literaturgeschichte. Neben Ausschnitten aus deren Inhalt sollen außerdem andere Werke und das wichtigste zur Biographie des durch Kaiser Augustus verbannten Dichters behandelt werden.

30.04.26, 9:30-12:00, Akademie 1 zur europ. Kulturgeschichte, Vhs Heilbronn

"Das Leben der Caesaren" des Sueton

Wunderzeichen, Träume und die letzten Worte jedes Imperators spielen eine große Rolle in den Kaiserbiographien des Sueton, der von Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) zum Kanzleisekretär ernannt wurde und dadurch Zugang zu den gesamten römischen Archiven hatte. Obwohl sicherlich bestmöglich über die Kaiser von Augustus bis Titus (31 v. bis 81 n. Chr.) informiert, erscheint sein Werk aber trotzdem oft weniger seriös, sondern eher wie ein frühes Beispiel von Unterhaltungstratsch.

07.05.26, 9:30-12:00, Akademie 1 zur europ. Kulturgeschichte, Vhs Heilbronn 

Krakau, Kasimir und Kopernikus - Die Blütezeit Polens im Spätmittelalter

Unter König Kasimir - einziger polnischer König, der als "der Große" bezeichnet wird, dehnte sich das Herrschaftsgebiet Polens stark, vor allem bis weit in das Gebiet der heutigen Ukraine hinein aus. Außerdem ebnete der Herrscher in seinem Reich durch die Anwerbung von Juden aus dem Heiligen Römischen Reich oder die Gründung der Universität von Krakau den Weg zu einer Zeit der Wirtschafts- und Kulturblüte, die schließlich im Werk des Kopernikus einen ihrer Gipfelpunkte erreichte.

21.05.26, 16:30-18:30, Alte Kulturen, Vhs Stuttgart

Die Nibelungen - Wer war Dietrich von Bern?

Wo sind die historischen Wurzeln des bedeutendsten hochmittelalterlichen Heldenepos zu suchen? Kann der am Übergang vom 5. zum 6. Jahrhundert über Italien herrschende Ostgotenkönig Theoderich tatsächlich als wichtigstes historisches Vorbild der Figur Dietrichs von Bern gelten?

09.07.26, 16:30-18:30, Alte Kulturen, Vhs Stuttgart

Nähere Erläuterungen zu Einzelvorträgen an Volkshochschulen vom Februar bis august 2026, die ich bereits in früheren Semestern irgendwo angeboten habe:

Hildegard von Bingen - Leben und Schriften einer Nonne des Mittelalters

Hildegard gilt als Inbegriff der frühen christlichen Naturheilkunde und die Schriften der heiliggesprochenen Klosterfrau erfreuen sich bis heute allergrößter Popularität.

Was war neu bei Hildegard und in wieweit folgte sie der Naturheilkunde der Antike? Mit wem stand sie in Briefkontakt und wie gelang es ihr als Frau im Hochmittelalter von Kaisern und Päpsten als Autorität anerkannt zu werden?

26.02.26, 16:30-18:30, Alte Kulturen, Vhs Stuttgart

Griechische Mythen und ihre Deutung

Da das Wesen der olympischen Götterbilder am besten über die Mythen, welche man sich über diese erzählte, erschlossen werden kann, sollen diese am Beispiel des Prometheus und der Persephone im Ansatz beleuchtet und gedeutet werden.

Zuvor werden die allgemeinen Merkmale von Mythen, sowie die bereits in der Antike gebräuchlichen, unterschiedlichen Richtungen ihrer Deutung behandelt. Abschließend wird auch noch die Frage zu beantworten sein, wie das Christentum die alten Götter betrachtete.

 

Termine:

- 13.05.26, 14:00-16:30, Akademie 2 Vhs Heilbronn

- 11.12.25, 9:30-12:00, Akademie 1 Vhs Heilbronn

Mythos und Wirklichkeit in der Odyssee:

Bezirzte Helden zwischen Skylla und Charybdis

Bereits in römischer Zeit machte man sich über die Lokalisation der Abenteuer des Odysseus viele Gedanken. Warum wähnte man in Sizilien die Kyklopeninsel vor sich zu haben? Weshalb glaubten die Menschen die Sirenen vor der Amalfiküste zu hören und warum sind die meisten Fantasiewesen weiblich? 

Neben der Identifikation der mythologischen Figuren mit Naturgewalten wird auch aufgezeigt, wie dies psychologisiert werden können. So steht beispielsweise Poseidon nicht nur für die Gewalt der Wassermassen oder den Vulkanismus, sondern auch für alles im Untergrund brodelnde - sprich das Unterbewusste

 

Termine:

- 29.04.26, 14:00-16:30, Akademie 2 Vhs Heilbronn

- 23.10.25, 9:30-12:00, Akademie 1 Vhs Heilbronn

"Tochter aus Elysium"

Demeter und Persephone in der Pflanzenmythologie und im Kult in der Antike

Mit Persephone änderte sich alles: Lebten die Menschen zuvor im ewigen Frühling, so führte ihr Raub durch Hades in die Unterwelt zur Entstehung der Jahreszeiten. Der antike Mensch erklärte sich auf diese Weise den ewigen Zyklus vom Werden und Vergehen der Pflanzenwelt.

Demerts verzweifelte und rastlose Suche nach der geliebten Tochter bescherte den Menschen schließlich beispielsweise das Getreide. Im Altertum gipfelte die Demeter- und Persephone-Verehrung in den ebenso berühmten wie überaus geheimnisvollen Eleusinischen Mysterien.

 

25.11.2025, 17:00-19:00, Vhs Obersulm

das antike Theaterwesen und die komödien des Aristophanes

Was soll das mit Zeus? Was soll dieser Wahn? Es gibt keinen Zeus!

 

Mit bissigem Humor nimmt der attische Komödiendichter Aristophanes gegen Ende des 5. vorchristl. Jahrhunderts alles aufs Korn, was den Athenern zur damaligen Zeit "heilig" ist. So stellt er beispielsweise nicht nur die Existenz der Götter in Frage oder gibt diese der Lächerlichkeit preis, sondern hinterfrägt auch die praktizierte Demokratie in seiner Heimatstadt, womit sein Werk als Plädoyer für die Meinungsfreiheit betrachtet werden kann.

Neben der attischen Komödie soll das griechische Theaterwesen insgesamt, also auch die Entstehung der Tragödie aus dem Dionysos-Kult, behandelt werden.

 

Termine:

- 20.05.26, 14:00-16:30, Akademie 2 Vhs Heilbronn

- 18.12.2025, 9:30-12:00, Akademie 1 Vhs Heilbronn

 

Der prozess gegen sokrates. antike Rhetorik und streitkultur im demokratischen athen

 

Eine der wichtigsten Grundlagen zur Entwicklung der Demokratie in Athen war die verbale Auseinandersetzung in der Volksversammlung. Dies führte neben dem Aufblühen der Rhetorik besonders zu dem eng mit dem Namen des Sokrates verbundenen Wortgefecht in Form der Dialektik.

Männer wie der Marathonsieger Themistokles oder Alkibiades lenkten die Geschicke Athens, bevor sie vor dem Demos in Ungnade fielen und schließlich verbannt oder vor dem Volksgerichtshof angeklagt wurden. Welche Auseinandersetzungen im öffentlichen Leben Athens wurden besonders bekannt und wie wurden diese geführt? Wo stieß die Streitkultur an ihre Grenzen? Wie versuchte man die Meinungsfreiheit gegen Machtmissbrauch und Tyrannei zu schützen?

Der Schwerpunkt dieses Vortrages wird auf dem Prozess gegen Sokrates und das gegen diesen verhängte Todesurteil liegen.

 

Termine:

- 06.05.26, 14:00-16:30, Akademie 2 Vhs Heilbronn

- 04.12.2025, 9:30-12:00, Akademie 1 Vhs Heilbronn

- 15.01.2026, 14:30-17:00, Männerakademie Neckarsulm

hypatia - antike philosophin und galionsfigur der modernen frauenbewegung

Kontroversen in der antiken astronomie und hintergründe ihrer ermordung

Hypatia gilt als die letzte bedeutende Philosophin der heidnischen Antike. Da von ihrem Werk kaum etwas erhalten ist, ist sie vor allem durch die Umstände ihrer Ermordung im ägyptischen Alexandria in Erinnerung geblieben.

Als das Christentum gegen Ende des 4. Jahrhunderts zur alleinigen Staatsreligion im röm. Reich erklärt wurde, setzte eine Welle von Heidenverfolgungen ein. Als vielleicht prominentestes Opfer der wissenschaftsfeindlichen intoleranten Welle von Gewalt unter dem Deckmantel des Christentums kann Hypatia betrachtet werden. Ihr Verhängnis war nicht nur ihr Festhalten am Heidentum, sondern auch, dass sie sich in einem patriarchalisch ausgerichteten christl. Umfeld traute, als Frau in Alexandria Philosophie zu unterrichten, weshalb sie oft auch als eine der Gallionsfiguren der Frauenbewegung betrachtet wird.

 

Neben dem Mord an Hypatia sollen auch Erkenntnisse und Kontroversen in der antiken Astronomie, einem Forschungsgebiet Hypatias, beleuchtet werden.

 

25.11.2025, 9:00-12:15, Vhs Korntal-Münchingen

Augsburg im Frühmittelalter - Heilige und Barbaren

Wie entwickelte sich die alte Hauptstadt der römischen Provinz Raetien bis zum Frühmittelalter? Gab es eine Siedlungskontinuität oder verödete die Stadt vorrübergehend? Welche Rolle spielte das frühe Christentum während der Umbruchszeit zum frühen Mittelalter in der Region?

 

29.01.2026, 16:30-18:30, Vhs Stuttgart 

Neuanfang auf Stelzen - Das hochmittelalterliche Venedig

Warum entwickelte sich in der Lagune in spätrömischer Zeit eine neue Handelsmetropole? Inwieweit und bis wann war die Stadt von Byzanz abhängig und wann und warum konnte sie ihren Machtbereich bis zum Hochmittelalter über den gesamten östlichen Mittelmeerraum ausdehnen? Welche Handelsgüter wurden von und nach wo verhandelt?

 

05.02.2026, 16:30-18:30, Vhs Stuttgart

Die freie Reichsstadt Nürnberg - Von Lebkuchen und betenden Händen

Warum konnte die Stadt im Hochmittelalter nicht nur die Reichsfreiheit erlangen, sondern zu einer der bedeutendsten Städte im Heiligen Römischen Reich des Spätmittelalters werden? Warum ist es kein Zufall, dass gerade dort Albrecht Dürer lebte und was hat das ganze mit Lebkuchen und Würstchen zu tun?

 

12.02.2026, 16:30-18:30, Vhs Stuttgart

Die Liebensteiner und der bauernkrieg

Bevor die Bauern am 20. April 1525 an Schloss Liebenstein vorbeizogen, stellte Matern Feuerbacher Peter, Hans und Friedrich v. Liebenstein während einer Unterredung in Gemmrigheim einen Schutzbrief aus. Was wurde verhandelt und welche Rolle spielte dabei die Ermordung des Hans v. Hutten durch Herzog Ulrich v. Württemberg?

 

08.12.2025,17:30-19:30, Vhs Heilbronn